Das im 13. Jahrhundert auf einer Halbinsel errrichtete Schloss Krickenbeck hat der Seenplatte ihren Namen verliehen
Beim Weitermarsch über die Schlossallee erschließt sich den Wanderern schon wenig später zur rechten Seite hin ein herrlicher Ausblick über den Glabbacher Bruch. Mit 36 Hektar Wasserfläche bildet er das zweitgrößte Gewässer der Krickenbecker Seen. Auch hier tummeln sich im Uferbereich alle Arten von Wasservögeln. Neben dem Hinsbecker- und Glabbacher Bruch gehören noch die etwas älteren Teiche Poelvenn- und Schroliksee zu der Krickenbecker Seenplatte. Das im 13. Jahrhundert auf einer in die Seenlandschaft hineinragenden Halbinsel errichtete Schloss Krickenbeck hat dem Seengebiet seinen Namen verliehen. Leider befindet sich das imposante Gemäuer im Privatbesitz, kann nicht besichtigt werden und ist von der Schlossallee auch nicht zu sehen. Nachdem wir den verschlossenen Eingang zum Krickenbecker Schlosspark passiert haben, verlassen wir den asphaltierten Grund der Schlossallee und folgen einem links abzweigenden erdigen Pfad in die Ufergehölze. Er führt uns zu einer Aussichtsplattform, die mehrere Meter in den Schroliksee hinein ragt und schöne Weitblicke über das Gewässer ermöglicht.
Der historische Nordkanal sollte eine schiffbare Verbindung mittels Treidelpfaden zwischen Rhein und Maas ermöglichen
Vom Ufer des Scholiksees führt uns der schmale, naturbelassene Pfad in einem Rechtsbogen wieder zur Schlossallee zurück. Wir überschreiten die Asphaltpiste und wandern auf einem erdigen Pfad durch den lichten Forst an einer kaum befahrenen Straße entlang. Leicht rechts schwenkend geht es durch die Waldsiedlung Plankenheide und sodann am großen Parkplatz des ehemaligen Strandbades am Poelvennsee vorbei. Einen Abstecher zum 24,5 Hektar großen Gewässer ersparen wir uns, da der Zugang zum Poelvennsee nicht mehr möglich ist. Die vormals dort ansässige Restauration und der Kanuverleih sind ebenfalls geschlossen. Überhaupt sind jegliche Wassersportarten an und in den Krickenbecker Seen verboten. Mit dem asphaltierten Herscheler Weg gelangen die Wanderer rechtsschwenkend zu einem Teilabschnitt des historischen Nordkanals. Links der Route ist der trocken gefallene 16 Meter breite und 2,60 Meter tiefe Aushub der von Napoleon im Jahre 1806 geplanten Wasserstraße deutlich erkennbar. Der nie fertig gestellte Nordkanal sollte eine schiffbare Verbindung zwischen Rheinberg und Venlo ermöglichen. Man hegte die Absicht, Lastkähne auf Treidelpfaden vom Rhein zur Maas und bis zum Seehafen Antwerpen zu bewegen.
Zwei ehemalige historische Wassermühlen, die das Wasser der Nette zum Getreide mahlen nutzten, werden angelaufen
Mit dem asphaltierten Herscheler Weg gelangen wir zur historischen Flootsmühle. In dem heute als Wohnhaus genutzten Gebäude wurde bis zum Jahre 1875 mit dem Wasser der Nette eine Getreidemühle betrieben. Das an einem Baum befestigte Pilgerkreuz im Garten der ehemaligen Mühle zeigt an, dass sich hier eine traditionelle Raststätte der Kevelaer-Pilger befindet. Von der Flootsmühle laufen wir ein kurzes Stück über die Jülicher Straße und folgen dann einem rechts abzweigenden idyllischen Waldpfad, der kurze Zeit später den Schürkesbach überquert. Am Schaffertsberg treten wir aus dem Wald heraus und durchwandern ein Gehöft, das zur Ortschaft Wachtendonk gehört. An der Kovermühle, einer im Jahre 1349 erstmals erwähnten ehemaligen Getreidemühle, überschreiten die Wanderer schließlich die Nette. Nach einem kurzen Asphaltabschnitt durch Feuchtwiesengelände geht es am Parkplatz Kovermühle wieder in den Wald hinein. Erneut treffen wir hier auf den Nordkanal. Diesmal ist der Aushub für die im 19. Jahrhundert geplante Treidelschifffahrt sogar mit Wasser gefüllt. Grünalgen haben sich in dem Stillgewässer angesiedelt und bedecken die gesamte Wasseroberfläche. Auf breiten Forstwegen und wenig später auf weichen Waldpfaden wandern wir für kurze Zeit erneut am Nordkanal entlang.