Eine ganze Reihe von grandiosen Rheintalblicken sorgt für Kurzweil in der Traumschleife Marienberg
Schließlich verlässt die Taumschleife den breiten, etwas eintönigen Fahrweg und führt recht wild und pfadig in einem ständigen Auf und Ab durch aufgegebene Weinbergslagen an der Hangkante entlang. Im nun folgenden Teilabschnitt werden weitere Aussichtspunkte mit der Bezeichnung Burgenblick, Steinerner Mann und Baedeker’s Ruh angelaufen, die jeder für sich grandiose Rheintalpanoramen zu bieten haben. Daneben lädt der kurz darauf anzutreffende „Thonet-Tempel“ zu einer aussichtsreichen Wanderrast ein. Die Schutzhütte wurde von den Söhnen des weltbekannten Bopparder Möbeldesigners Michael Thonet im Jahre 1879 errichtet. Vom Thonet-Tempel geht es mit einem holprigen Waldpfad und der Routenführung des Welterbesteigs ein kurzes Stück steil bergab. Dann verlässt die Traumschleife links abzweigend den Fernwanderweg und führt in halber Hanglage durch Niedergehölze.
In einer zerfallenen Hütte am Wegrand fand der Bankräuber Dieter Freese im Jahre 1962 Unterschlupf
Der nun folgende letzte Teilabschnitt durch den Eisenbolzwald begeistert mit seiner wilden, pfadigen Routenführung. Es geht bergauf und bergab, umgestürzte Bäume werden überstiegen, aufgebrochene Wurzelteller werden umgangen und uralte ehemalige Weinbergstreppen sind zu durchsteigen. Zunderpilze gedeihen an abgestorbenem Totholz und wilde Orchideen, wie das Kuckucks-Knabenkraut tauchen am Wegrand auf. Deutsche Kriminalgeschichte lebt anhand einer Hinweistafel auf, die neben einer zerfallenen Hütte anzutreffen ist. Nach einem Banküberfall im Jahre 1962 auf die Filiale der Kreissparkasse Winningen suchte der Bankräuber Dieter Freese mit seiner Bande in der Hütte Unterschlupf. Nach einem letzten schönen Ausblick ins Rheintal, auf Boppard und den Rheinbogen, geht es in engen, windungsreichen Serpentinen steil bergab und schlussendlich wieder in den Bopparder Marienberg-Park hinein. Hier endet eine herrliche Rundwanderung im Welterbe Mittelrheintal.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Die mit Zu- und Abwegen knapp 14 Wanderkilometer messende Traumschleife Marienberg ist ohne Zweifel im Premiumsegment von Profirouten einzuordnen. Allein die enorm hohe pfadige und ausgesprochen kurzweilige Streckenführung rechtfertigt die herausragende Fünf-Sterne-Bewertung in den Kategorien Landschaft und Erlebnis. Absolute Highlights der Tour sind die Durchwanderung des canonartigen Bruder-Michel-Bachtales und des Mittelbachtales mit seinen kleinen Wassersprüngen. In der zweiten Hälfte der Traumschleife punkten die grandiosen Tiefblicke ins Rheintal, auf den Wallfahrtsort Kamp-Bornhofen und die Feindlichen Brüder in besonderem Maße. Aufgrund des in hohem Maße pfadigen Verlaufes der Traumschleife gestaltet sich die ständige ehrenamtliche Pflege der Wanderroute wohl sehr aufwendig. Kleinere Mängel sollten daher vor allen Dingen im Frühjahr billigend in Kauf genommen werden. Die Beschilderung ist nahezu unverlaufbar und gut sichtbar angebracht. Unzählige Ruhebänke und drei Schutzhütten entlang der Wegstrecke laden zur Wanderrast ein.
Anmerkung des Autors:
Die Routenführung der Traumschleife Marienberg wurde kürzlich aus Sicherheitsgründen dauerhaft verlegt. Das Bad Salziger Friedenskreuz hoch über dem Rheintal wird nur noch mit einem Abstecher/Stichweg angelaufen. Der sich ursprünglich daran anschließende Pfad entlang der Hangkante musste wegen Windbrüchen, mehreren Hangrutschen und Geröllabgängen leider aufgegeben werden.
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