Canonartige Wildnis und Abgeschiedenheit im Vorderen Hunsrück
Wichtiger Hinweis:
Die nachfolgend beschriebene Rundwanderung wurde von Profirouten zusammengestellt und verfügt nur im mittleren Tourabschnitt über ein Wegezeichen. Der Rest der Route ist unbeschildert und sollte wenn möglich mit unserer kostenlos downloadbaren GPX-Datei nachgewandert werden. Wegen den unbeschilderten Wegverläufen und den im Lützbachtal anzutreffenden nicht ganz einfachen Pfadpassagen werden in der Kategorie „Schwierigkeit“ drei von fünf Balken für erforderlich gehalten.
Die vierzehn Kilometer lange Lützbachtalrunde bei Dommershausen mit ihrem enorm hohen Pfadanteil ist an Wildheit und Abgeschiedenkeit auf dem Hunsrück kaum zu übertreffen. Im ersten und letzten Tourabschnitt überrascht die Runde darüber hinaus mit schönen Weitblicken über den Vorderen Hunsrück. Breite Forstwege im tief eingeschluchteten Brovogelsbachtal und die schmalen Wald- und Uferpfade entlang des Lützbaches, den es mehrmals zu überschreiten gilt, setzen die herausragende Akzente dieser herrlichen Route. Absolutes Highlight der Tour ist die Durchwanderung der Felsenarena mit ihren bizarren Schieferformationen.
Die Lützbachrunde fällt in das canonartige und tief eingeschluchtete Brovogelsbachtal hinein
Wir beginnen die Rundtour auf dem Wanderparkplatz an der L205 und wandern ein kurzes Stück sanft bergan am Waldrand entlang. Am Eingangsportal der Traumschleife Josefsblick folgen wir nicht der Beschilderung der Traumschleife sondern wandern leicht rechts schwenkend in den Wald. Breite naturbelassene Wald- und Wiesenwege führen in offenes Feld hinaus und eröffnen erregende Weitblicke über den Vorderen Hunsrück. Nach 1,5 Kilometern vollzieht die Route einen scharfen Linksschwenk. Ein Wiesenweg fällt entlang einer Waldschneise in das Brovogelsbachtal hinein. In den lichten Forst eintretend wandern wir, aufgrund einer lang anhaltenden Dürreperiode, am nahezu trocken gefallenen Gewässer entlang. Im weiteren Verlauf geht es durch die canonartige Schlucht des Brovogelsbaches. Links des Weges bricht das Gelände ausgesprochen steil zum Bach hin ab, während zur Rechten der bewaldete Hang aufwächst.
Mittels eines urigen überdachten Holzstegs queren wir den Lützbach zum ersten Mal
Durch die enge Schlucht des Brovogelsbaches gelangen die Wanderer schließlich in das Lützbachtal. Dort treffen wir auf die schmucke Marienkapelle. Die Ruhebank am kleinen Kirchlein nutzen wir zu einer Wanderrast und wenden uns dann nach links in das Lützbachtal hinein. Über breite, mit zwei asphaltierten Fahrstreifen versehene Wiesenwege wandern wir durch die wiesenreiche und sonnenverwöhnte breite Talaue. Nach der von links einfallenden Einmündung der Traumschleife Josefsblick in das Lützbachtal gehen die naturbelassene Uferwege alsbald in schmale Pfade über. In diesem Teilabschnitt folgen wir den Wegezeichen der Traumschleife und des Lützbachweges in einem weiten Linksbogen und überschreiten wenig später den Lützbach mittels eines urigen überdachten Holzstegs zum ersten Mal.
Die bizarren, steil aufragen Schieferbastionen der Felsenarena begeistern jeden Wanderer
Der Lützbach ist ein rechtsseitiges Nebengewässer der Mosel, das bei Sabershausen auf einer Seehöhe von 300 Metern entspringt und nach zwölf Bachkilometern bei Treis-Karden einmündet. Das einsame Bachtal wies im Mittelalter eine ganze Reihe von Mühlen auf, die teilweise heute noch bewohnt sind. Im weiteren Verlauf queren die Wanderer das quirlige Gewässer erneut, diesmal über einen metallenen Steg. Hinter der Brücke geht es eng am Bach entlang. Kurz darauf wachsen links der Traumschleife bizarre Schieferformationen in den Himmel, die man als Felsenarena bezeichnet. Wild zerklüftet, mit Moosen und Flechten bewachsen, ragen die schroffen, mit unzähligen Klüften und Schründen versehenen Felswände empor und sorgen somit für den dramatischen Höhepunkt in der Lützbachtalrunde.
In dem mit Niedergehölzen bewaldeten Steilhang ragen immer wieder bizarre Felsen auf
Nachdem wir die schroffen Felswände der Felsenarena hinter uns gelassen haben nutzen wir an der Einmündung des Fehlbaches in den Lützbach eine offensichtlich erst kürzlich errichtete überdachte Sitzecke zu einer kurzen Trinkpause. An dieser Stelle verlässt uns die Traumschleife Josefsblick die links abzweigend dem Fehlbach bachaufwärts folgt. Allein mit der Beschilderung des Lützbachweges folgen wir nunmehr dem Gewässer weiterhin entgegen der Fließrichtung. Im weiteren Verlauf zeigt sich die Streckenführung pfadig und ausgesprochen wild. Wer gedacht hat, dass mit dem Vorbeimarsch an der Felsenarena die Schieferformationen fortan zurückbleiben, der wird eines Besseren belehrt. In dem mit Niedergehölzen bewaldeten Steilhang ragen immer wieder bizarre Felsen auf, die oftmals bis in Ufernähe in das Tal des Lützbaches hinein fallen. In ständigem Auf und Ab geht es in einer beeindruckenden Abgeschiedenheit auf schmalen Uferpfaden am Lützbach entlang, der ebenfalls aufgrund der lang anhaltenden Dürre nur wenig Wasser führt.
Die wilde Landschaft des canonartigen Lützbachtals weist urwaldähnlichen Charakter auf
Die unberührte Natur weist in dem engen Tälchen nahezu urwaldähnlichen Charakter auf. Zunderpilze gedeihen an vermodernden Baumstümpfen, umgestürzte Gehölze liegen quer zum Bach und Moose, Flechten und Efeuranken bemächtigen sich den allerorts anzutreffenden Schieferfelsen. Im Oberlauf des Gewässers wird der Lützbach über Holzstege noch zweimal überschritten. Dann endet der pfadige Verlauf. Der Lützbachweg führt über breite Waldwege an einem kleinen Fischteich vorbei, der mit einem kurzen Abstecher rechts der Routenführung angelaufen werden kann. Im letzten Drittel geht es entlang einer Asphaltpiste noch einmal auf eine aussichtsreiche Freifläche hinaus. Nach der Durchwanderung der Ortschaft Dommershausen gelangen die Wanderer zum Ausgangspunkt dieser herrlichen Rundwanderung zurück, dem Wanderparkplatz an der L205.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Die vierzehn Kilometer messende Lützbachtalrunde bei Dommershausen kann man zumindest im mittleren Teilabschnitt als eine Wanderroute der Superlative bezeichnen und problemlos im Premiumsegment von Profirouten einordnen. Neben den überaus beeindruckenden pfadigen Abschnitten im Lützbachtal wirft die Route neben ihrem urwaldähnlichen Charakter eine totale Abgeschiedenheit in die Waagschale, die auch auf dem Hunsrück ihresgleichen sucht. Wer in der canonartigen Schlucht zu Schaden kommt hat sicherlich ein Problem, da durchgängiger Handyempfang so gut wie ausgeschlossen ist. Aufgrund der teilweise unbeschilderten Routenführung sind Rast- und Ruhemöglichkeiten nur im Bereich der Traumschleife Josefsblick in ausreichender Zahl anzutreffen. Die Höchstzahl von fünf Sternen in den Kategorien Landschaft und Erlebnis wird trotz allem knapp verfehlt, da die Wanderung im letzten Drittel doch recht eintönig verläuft und auf einer kurzen Teilstrecke entlang einer wenig befahrene Asphaltpiste gewandert werden muss.



















