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Höhe (min): Meter
Höhe (max): Meter
Gesamtabstieg: Meter
Gesamtanstieg: Meter
Gesamtanstieg: 365 Höhenmeter
Gesamtabstieg: 365 Höhenmeter
Anfahrt planen:
Region: Westerwald
Art: Themenrundwanderung
Kilometer: 15
Schwierigkeit:
Kondition:
Landschaft:
Erlebnis:
Beste Jahreszeit: März, April, Mai, Juni, Juli, Aug., Sept., Okt.

Erlebnisreiche Runde zu bemerkenswerten basaltischen Geoaufschlüssen

Wichtiger Hinweis:

Die Wäller Tour GeoRoute Watzenhahner Riesen ist nicht mit dem üblichen Wegezeichen der Wäller Touren gekennzeichnet. Vielmehr trägt die Rundwanderung die grüne Beschilderung auf weißem Grund der GeoRouten auf dem Westerwald.

Die knapp fünfzehn Kilometer messende Wäller Tour GeoRoute Watzenhahner Riesen im Nationalen Geopark Westerwald-Lahn-Taunus führt den Wanderer zu einer ganzen Reihe von bemerkenswerten Geoaufschlüssen die sich mit den Basaltablagerungen aus der Tertiärzeit beschäftigen. Mehrere Hinweistafeln entlang der Route rund um den Watzenhahn thematisieren darüber hinaus den ehemaligen Basaltabbau in der Region. Eine imposante Basaltkirche, die Wildwasser des Elbbaches und grandiose Weitsichten vom Weltersburger Kopf vervollständigen ein Wandererlebnis auf dem Westerwald, dem bezüglich des Erlebniswertes durchaus Premiumqualität zu bescheinigen ist. Breite Wald- und Wiesenwege, bei einem relativ geringen Pfadanteil, bestimmen das Streckenprofil. In den vier zu durchwandernden Ortslagen und auf kurzen Teilabschnitten entlang einer Bahnlinie wird auch über asphaltierten Grund marschiert.


Auf der Wäller-Tour von Girkenroth nach Weltersburg

Über weiche Wiesenwege führt die GeoRoute von Girkenroth nach Weltersburg

Mehrere Möglichkeiten bieten sich an, um in die GeoRoute Watzenhahner Riesen zu starten. Neben dem Wanderparkplatz Kranstein an der K95 stehen die Westerwaldorte Weltersburg, Berzhahn und Girkenroth als Startpunkte zur Verfügung. Wir entscheiden uns für die letztere Variante und beginnen die Tour vom Friedhofsparkplatz in Girkenroth. Gleich zu Beginn überqueren wir die K97 und treffen jenseits der Asphaltpiste auf die Wegführung der GeoRoute, die vom Ruhberg kommend rechtsseitig einmündet. Wir durchwandern ein lichtes Gehölz, streifen den Ortsrand von Girkenroth und wandern sodann ebenen Fußes über weiche Wiesenwege nach Weltersburg. Der kleine Westerwaldort gruppiert sich um die steil abfallenden Flanken des 436 Meter hohen Burgbergs, auch Weltersburger Kopf genannt.


Traumhafte Ausblicke vom Weltersburger Kopf auf den Start- und Zielort Girkenroth

Vom Weltersburger Kopf schweift der Blick über den Westerwald und weit in das Limburger Becken

Wir durchmessen die Ortschaft Weltersburg und steigen auf schmalen Pfaden, zum Schluss gar über steinerne Treppenstufen zum Gipfel des Burgbergs hinauf. Im Mittelalter befand sich auf der Basaltkuppe des Weltersburger Kopfes eine salische Reichsburg, die von den Herren zu Sayn und Isenburg erbaut und betrieben wurde. Im hohen Mittelalter war die Weltersburg nach zwei Eroberungen bereits in einem schlechten Zustand und im Jahre 1670 vollkommen verfallen. So ist von dem mittelalterlichen Gemäuer heute nichts mehr zu sehen. Eine hölzerne Wanderhütte und eine Waldliege laden am ehemaligen Standort der Burg zur Rast ein und ermöglichen traumhafte Aus- und Fernblicke über den Westerwald bis weit in das Limburger Becken. Auch der Startpunkt Girkenroth ist von dieser hohen Warte im Südosten gut zu sehen.


Am Kranstein führt uns die Wäller Tour zu einem der bedeutsamsten Geotope auf dem Westerwald

Schließlich steigen die Wanderer vom aussichtsreichen Burgberg ab und lassen die Ortschaft Weltersburg hinter sich. Ausgangs der Bebauung führt uns die Wäller Tour über Weideflächen zum Geoaufschluss am Kranstein hinüber. In den 80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde hier beim Abbau der Basaltvorkommen eines der bedeutsamsten Geotope des Westerwaldes freigelegt. Die dadurch zutage getretenen Basaltsäulen bilden anhand ihrer eigentümlichen Anordnung einen Querschnitt durch einen Vulkanschlot ab, der seinesgleichen sucht. Das herausragende Naturdenkmal wurde im Jahre 1984 unter Schutz gestellt und fasziniert heute noch jeden Betrachter. So ist es nicht verwunderlich, dass der Kranstein vom Nationalen Geopark Westerwald-Lahn-Taunus zum Geotop des Jahres 2020 erhoben wurde. Den nur wenige Meter östlich gelegenen ehemaligen Steinbruchsbereich, der hinter einer Schranke zugänglich ist, nehmen wir ebenfalls in Augenschein. Hier beeindrucken die gewaltigen Bruchwände und Abraumhalden in besonderem Maße.


Das Geotop am Kranstein zeigt einen Querschnitt durch einen Vulkanschlot 

Durch Basaltablagerungen im Bachlauf werden im Elbbach rauschende Wasserschnellen verursacht

Wir verlassen das Geotop Kranstein, überschreiten die K95 und wandern ein kurzes Stück auf weichen Wiesenpfaden an der Asphaltpiste entlang. Erneut queren die Wanderer die Kreisstraße, diesmal in Gegenrichtung. Breite Waldwege führen jetzt durch den winterlichen Forst nach Willmenrod. Am Ortseingang der Westerwaldgemeinde treffen wir auf die imposante evangelische Basaltkirche. Der heute sichtbare Kirchenbau wurde im Jahre 1893 aus vulkanischen Gesteinen, die in der Region gewonnen wurden, errichtet. Innerhalb der Ortschaft Willmenrod läuft die GeoRoute ein kurzes Stück am Elbbach entlang, um dann auf asphaltiertem Grund entlang einer Bahnlinie und vorbei an Fischteichen mit einem kurzen Abstecher direkt an das Gewässer heran zu treten. Hier zeigt sich er Elbbach ausgesprochen wild. Im stark Wasser führenden rauschenden Gewässer zeigen sich kleine und große Basaltablagerungen, die Wasserschnellen verursachen und diesem Teilabschnitt des Bachlaufes vollkommen zu Recht den Namen Willmenroder Basaltbach verliehen haben.


Die Ruine des ehemaligen Basaltbrecherwerks wird als der "Hohle Zahn von Berzhahn" bezeichnet

Wieder zurück auf der Hauptroute folgen die Wanderer dem Elbbach in Fließrichtung. Die Wäller Tour läuft in der Folge durch eine großflächige Auenlandschaft, in der man den Bachlauf nicht mehr zu Gesicht bekommt. Schließlich schwenkt die Route nach einem kurzen Anstieg scharf nach rechts. Über Wiesengelände geht es sanft bergan zur Ruine der ehemaligen  Brecheranlage Berzhahn hinauf, die im Volksmund als der "Hohle Zahn von Berzhahn" bezeichnet wird. Hier hat man seinerzeit der Basalt zu verschiedenen Korngrößen zerkleinert. Der so gewonnene Basaltsplit wurde an Ort und Stelle auf Eisenbahnwaggons verladen und abtransportiert. Im Anschluss daran gelangen die Wanderer nach Berzhahn. Wir durchwandern den Westerwaldort und steigen lang anhaltend bergan zum Höhenzug des Watzenhahns hinauf. Unspektakuläre,  breite und eintönige Waldwege bestimmen in diesem Teilabschnitt das Streckenprofil.


An der gewaltigen Bruchwand der Watzenhahner Riesen

Die Watzenhahner Riesen sind dreißig Meter hohe Basaltsäulen in einem aufgegebenen Steinbruch

Nachdem wir den Höhenzug des Watzenhahns erstiegen haben, führt uns ein knapp 200 Meter langer, links abzweigender Stichweg zu den Watzenhahner Riesen, den Namensgebern der Tour. Dabei handelt es sich um einen aufgegebenen Steinbruch mit einer gewaltigen Bruchwand. Die mächtigen etwa 30 Meter hohen Basaltsäulen ragen lotrecht auf und sind Ablagerungen der vulkanischen Tätigkeit vor 25 Millionen Jahren in der erdgeschichtlichen Epoche des Tertiärs. Die Form der Säulen erinnert in der Tat an versteinerte Riesen. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde hier Basalt gebrochen. Heute lädt eine Sitzgruppe zur Rast ein, die wir gerne für eine Trinkpause nutzen. Über breite, recht unspektakuläre Forstwege gelangen die Wanderer in den Start- und Zielort Girkenroth. Wir durchwandern die Ortschaft und treffen in einem Wäldchen am Westhang des Ruhberges auf ein weiteres Geotop, den Girkenrother Igel. Die hier auf natürliche Weise zutage getretenen Basaltsäulen, mit ihren fünf- und sechseckigen Umrissen, erinnern aufgrund der bizarr übereinander geschichteten Ablage an einen Igel. Von hier aus  ist es nicht mehr weit bis zum Parkplatz am Girkenrother Friedhof, wo diese interessante und erlebnisreiche Wanderung ihr Ende findet.

Fazit und abschließende Bemerkungen:

Die rund fünfzehn Kilometer lange Wäller Tour GeoRoute Watzenhahner Riesen erlangt Premiumqualität aufgrund des ungemeinen Erlebnisreichtums. Zehn Infopunkte entlang der Themenrunde unterrichten den interessierten Wanderer über geologische Besonderheiten und die geschichtlichen Hintergründe des Basaltabbaus in der Region. Hinzu gesellen sich herrliche Ausblicke vom Weltersburger Kopf, die schön gestaltete evangelische Basaltkirche in Willmenrod, welche leider verschlossen angetroffen wurde und die wilden Wasser des Elbbaches. Das Routenprofil umfasst in überwiegendem Maße breite, oftmals recht eintönige Forstwege. Auch kurze asphaltierte Teilabschnitte werden außerhalb der Ortslagen begangen. Die von jedem Wanderer so sehr geschätzten schmalen Pfade sind überaus selten anzutreffen. Deshalb vergibt Profirouten lediglich bezüglich des Erlebniswertes die Premiummarke von vier Sternen. Für ausreichende Rast- und Ruhemöglichkeiten entlang der Wegstrecke hat man Sorge getragen. Die Route ist durchgängig ausgeschildert. Das eine oder andere Wegezeichen ist allerdings etwas "unkonventionell" angebracht. Deshalb ist achtsames Wandern erforderlich.

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