Der breite Waldweg entlang der Blies führt durch die Bliesauen und an Felsformationen entlang
Im weiteren Verlauf geht es eine ganze Weile an der Blies entlang. Mehrmals verlässt die Route den breiten Waldweg um nach rechts in die sattgrünen Bliesauen hinein zu fallen oder zur linken Seite hin holprigen Wurzelsteigen zu folgen, die an kleinen Felsformationen entlang laufen. Des Öfteren besteht auch die Möglichkeit, direkt an das Ufer der Blies heran zu treten. Schließlich verjüngt sich der breite Weg zu einem urigen schmalen Pfad. Ein zweites Mal wird die Blies überschritten. Jetzt wieder auf französischer Seite gilt es die Ortschaft Blies-Guersviller (Bliesgersweiler) zu durchwandern. Über landwirtschaftliche Nutzflächen gelangen die Wanderer nördlich von Blies-Schweyen in ein parkähnliches Gelände, in dem mehrere Ruhebänke und Picknicktische zur Wanderrast einladen.
Im idyllischen Letschenbachtal treffen die Wanderer auf das in Teilen ruinöse Kloster Gräfinthal
Nachdem wir die Ortschaft Blies-Schweyen hinter uns gelassen haben, queren wir die Blies ein drittes Mal. Jetzt wieder auf deutscher Seite streifen wir die Ortschaft Bliesmengen-Bolchen und wandern auf asphaltiertem Grund durch eine beeindruckende Baumallee in den Zielort Gräfinthal hinein. Eingangs des Wallfahrtsortes treffen wir auf den Letschenbach, der tief eingeschluchtet der Blies zustrebt. Die im 13. Jahrhundert in Blieskastel residierende Gräfin Elisabeth verlieh dem idyllischen Letschenbachtal den Namen Gräfinthal, Tal in dem die Gräfin lebt. Sie stiftete im Jahre 1234 das gleichnamige, heute noch anzutreffende, inzwischen in Teilen jedoch ruinöse Kloster. Hier endet die 1. Etappe des Bliessteigs. Die Beschreibung der mittelalterlichen Klosteranlagen soll der nachfolgenden Schilderung des 2. Teilabschnittes des Fernwanderweges vorbehalten bleiben.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Die knapp zehn Kilometer messende 1. Etappe des Bliesteiges vom französischen Sarreguemines (Saargemünd) nach Gräfinthal macht ohne Zweifel neugierig auf die noch folgenden acht Etappen des 111 Kilometer langen Fernwanderweges. Grandiose Highlights werden auf dem Weg der Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland allerdings schmerzlich vermisst. Trotzdem kommt beim Wandern kaum Langeweile auf. Dafür sorgt der kurzweilige Streckenverlauf, der in Teilabschnitten auch die von jedem Wanderer so sehr geschätzten erdigen Pfade aufweist. Eine Einkehr ist nur am Schluss der Tour in Gräfinthal möglich. Im Anschluss an die Wanderung sollte man genügend Zeit erübrigen um die sehenswerten klösterlichen Anlangen des Zielortes in Augenschein zu nehmen. Die Beschilderung ist nahezu unverlaufbar angebracht. Rast- und Ruheplätze werden in ausreichender Zahl vorgehalten.
Tipp des Autors:
Wem die zehn Kilometer lange 1. Etappe von der Distanz her zu wenig erscheint, kann, so wie wir es getan haben, die 2. Etappe gleich dranhängen. Vom Schwimmbadparkplatz in Sarreguemines bis zum Zieleinlauf in Bebelsheim sind dann allerdings satte 24 Wanderkilometer zu bewältigen.
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