Die Basalte der Hannebacher Lay wurden mit einer Seilbahn über die Olbrück zum Brecherwerk nach Oberzissen verfrachtet
Im Talgrund treffen die Wanderer auf den Brohltal-Uferweg, dem wir links abbiegend bachaufwärts folgen. Während das Gelände zur Rechten steil zum Gewässer abfällt, ragen links des Weges bisweilen bizarre Felsformationen auf. Schließlich wird das Gewässer überschritten und zum kleinen Weiler Wollscheid hinauf marschiert. Die Wanderer passieren die schmucke, aus heimischem Basaltgestein errichtete Dorfkapelle und wandern ausgangs der Ortschaft durch Weideland. Ein rechts abzweigender Waldweg führt uns wenig später in die Hannebacher Lay, dem ältesten Schlackenkegelvulkan im Brohltal. Im aufgelassenen Steinbruch wurde bis zum Jahre 1972 Basalt abgebaut, der mittels einer Seilbahn über den Burgberg der Olbrück zum Brecherwerk nach Oberzissen verfrachtet wurde. Die über Stahlmasten verlaufende Seilbahn hatte eine Gesamtlänge von 3.900 Metern. Inzwischen hat sich die Natur das Gelände der Hannebacher Lay zurückerobert. Die lotrecht aufragenden Abbauwände sind allerdings noch gut zu sehen. Ein holpriger, kaum noch begangener Trampelpfad führt uns durch das verwilderte Bruchgelände.
In der Ortschaft Hannebach wird die Quellfassung des Brohlbaches passiert.
Von der Hannebacher Lay läuft die Olbrückrunde über landwirtschaftliche Nutzflächen hinüber nach Hannebach. In der Dorfmitte ist der eingefasste Brohlbachursprung zu bewundern. Neben der Quellfassung hat man eine Basalttafel angebracht. Ihr kann man den Refrain des Brohltalliedes von Johann Jacobs entnehmen:
"Dich grüß' ich und preis' ich, du herrliches Land
vom Brohlbach durchflossen im Eifelgewand!"
Der Brohlbach ist ein linker Nebenfluss des Rheins, der in Hannebach entspringt und nach knapp 20 Flusskilometern bei Brohl in den Rhein mündet. Ausgangs der Bebauung von Hannebach wird die L83 zum zweiten Mal überschritten. Geradeaus geht es sodann sanft ansteigend zum Waldrand hinauf. Hier treffen die Wanderer auf die historische Kohlenstraße und den Wegeverlauf der Eifelleiter, ein Weitwanderweg, der von Bad Breisig im Rheintal hinauf nach Adenau verläuft. Ein kurzes Stück folgen wir der Eifelleiter nach links in Richtung Adenau, um dann nach erneut links schwenkend nach Spessart zurück zu kehren. Hier endet eine aussichtsreiche Rundwanderung durch die Osteifel.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Die 15 Kilometer lange Olbrückrunde im Oberen Brohltal erweist sich als ausgesprochen aussichtsreiche Rundwanderung, die jeden Liebhaber der Osteifel ins Schwärmen geraten lässt. Natürlich fehlen im Streckenverlauf die schmalen, erdigen Pfade oder gar felsigen Steige, die im Premiumsegment oftmals anzutreffen und für die Bewertung entscheidend sind. Dieser Mangel wird allerdings mehr als aufgewogen durch die Einbindung der Burg Olbrück in den Routenverlauf. Die dort anzutreffende Multimedia-Show und die traumhaften Fernsichten von der Wehrplatte über die Osteifel steigern den Erlebniswert der Runde ungemein. Hinzu gesellen sich die idyllischen Wegeabschnitte im Brohlbachtal und die Durchwanderung des aufgelassenen Steinbruchs der Hannebacher Lay. Knapp aber meisterhaft ordnet Profirouten aus all diesen Gründen die Olbrückrunde mit vier von fünf möglichen Sternen bezüglich der Kategorie Erlebnis in der Premiumsparte ein. Rast- und Ruhemöglichkeiten sind entlang der Route in ausreichendem Maße vorhanden. Die abschließende Einkehr im Landgasthof Bockshahn im Start- und Zielort Spessart oder im Gasthof Kempenich wird ausdrücklich empfohlen.
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