Erregende Klettertour durch die Steillagen der Mittelmosel
Wichtiger Hinweis:
Die nachfolgend beschriebene Rundwanderung unter der Bezeichnung Kraxeltour an der Mittelmosel wurde von Profirouten zusammengefügt und trägt infolgedessen kein einheitliches Wegezeichen. Zu Beginn und zum Ende der Tour ist der Beschilderung des Kletterweges Erdener Treppchen Folge zu leisten, während im Mittelteil die Wegezeichen des (W)Ürziger Bergpfades den Tourverlauf bestimmen. Zweckmäßiger Weise sollte man sich beim Nachwandern der downloadbaren GPX-Datei von Profirouten bedienen.
Ein traumhaftes und überaus abwechslungsreiches Klettererlebnis an der Mittelmosel bietet die Verbindung von Kletterweg Erdener Treppchen und (W)Ürziger Bergpfad zu einer Kraxeltour der Superlative in Form einer stilisierten „8“. Zwölf Kilometer sind dabei zurückzulegen und satte 610 Höhenmeter wollen durchstiegen sein. Im ersten Teilabschnitt sind mehrere Leiterpassagen zu bewältigen und ein exponierter, mit fest installierten Drahtseilen gesicherter Pfadabschnitt ist zu durchwandern. Ein wenig Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind daher erforderlich, wenn man die nachfolgend beschriebene Kletterrunde unternimmt. Zudem ist der windungsreiche und konditionell anspruchsvolle Aufstieg zum Leizenberg zweimal zu bezwingen. Für die Schweiß treibenden Mühen wird man mit grandiosen Tiefblicken ins Moseltal belohnt, die jeden Wanderer auf der gesamten Tour immer wieder staunend verharren lassen. Der Pfadanteil der Rundtour ist enorm hoch. Allerdings gehören auch asphaltierte Weinbergwege zum Streckenprofil.
Die Zuwegung zum Kletterweg Erdener Treppchen führt am römischen Kelterhaus vorbei
Wir beginnen die Kraxeltour auf dem hunsrückseitigen Moselufer des Weinortes Lösnich. Direkt an der Moselbrücke ist ein kostenloser Parkplatz anzutreffen. Gleich zu Beginn wird die Lösnicher Moselbrücke überschritten. Auf asphaltiertem Grund steigen die Wanderer am jenseitigen Flussufer in die Weinberge hinein. Leider hat man es versäumt, die Zuwegung zum Kletterweg Erdener Treppchen mit entsprechenden Wegezeichen zu versehen. So folgen wir unserer GPX-Datei alsbald linksschwenkend bergab zur B53. Flussaufwärts geht es entlang der Bundesstraße zum römischen Kelterhaus Erden hinüber. In einer überdachten Anlage präsentiert man hier die am besten erhaltene römische Traubenpresse nördlich der Alpen, die aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts stammt.
Beim Aufstieg durch die Weinlage Erdener Pälat bieten sich erste traumhafte Moselpanoramen
Gleich hinter dem römischen Kelterhaus und etwas versteckt steigt der Kletterweg Erdener Treppchen mit einem schmalen Bergpfad in den steilen Moselhang. Schon wenig später taucht die erste Leiter auf, die über einen efeuumrankten Felsvorsprung hinweg hilft. Geländerbewehrt geht es sodann durch die Rebenhänge der Weinlage Erdener Prälat. Erste herrliche, flussaufwärts schweifende Moselblicke erfreuen dabei die Wanderer. In der Folge führt die Route über einen mit Schiefergestein bedeckten Weinbergpfad stramm bergauf. Die Gleisanlage einer Monorackbahn, die man in den Steillagen der Mosel zur Bewirtschaftung der Weinberge benötigt, wird gleich zweimal gequert. Mit einer betonierten Treppe geht es entlang einer Mauer weiterhin stramm bergauf. Weiter oben taucht eine 15sprossige Steigleiter auf, die es zu durchklettern gilt.
Die an einer Felswand fest installierten Drahtseile sollen einen Sturz ins Bodenlose verhindern
Inmitten der steilen Rebenhänge treffen die Wanderer sodann auf einen Rastplatz mit aussichtsreichen Sitzmöglichkeiten. Beim Verzehr der mitgeführten Brotzeit genießen wir unter einer lotrecht aufragenden Felswand die grandiosen Moseltalblicke. Neben dem gut einsehbaren bisherigen Routenverlauf sind tief unten im breiten Flusstal die römische Kelteranlage und der Start- und Zielort Lösnich zu sehen. Nach dieser aussichtsreichen Pause steigen wir entlang von rotbraunen Felswänden weiterhin bergauf. Im steilen Moselhang vollzieht der Kletterweg alsbald einen scharfen Linksschwenk und bietet dabei erregende Tiefblicke auf den Weinort Erden am gegenüberliegenden Moselufer. Zwei kurze Leiterpassagen sind zu überwinden. Dann führt die Route in einem ständigen Auf und Ab und felsengesäumt durch aufgelassene, inzwischen stark verbuschte ehemalige Weinberglagen. Auf einem kurzen Pfadabschnitt des Kletterweges hat man an einer senkrecht abbrechenden Felswand Drahtseilsicherungen angebracht, um einen Sturz in den sich linksseitig auftuenden gähnenden Abgrund zu verhindern.
Mit dem (W)Ürziger Bergpfad geht es ausgesprochen windungsreich zum Leizenberg hinauf
Kurze Zeit später gelangen die Wanderer zu einem weiteren hervorragenden Aussichtspunkt. Diesmal ist moselaufwärts tief unten im Flusstal der Winzerort Ürzig zu sehen und in der Ferne die gigantische Hochmoselbrücke der B50. An dieser Stelle trifft der Kletterweg auf den aus dem Moseltal aufsteigenden (W)Ürziger Bergpfad. Beide Routen führen jetzt in unzähligen Serpentinen zum Leizenberg hinauf. Eine metallene Treppe ist dabei zu durchsteigen bevor wir auf der Anhöhe von einer überdachten Ruhebank erneut ein traumhaftes Moselpanorama genießen können. Nach kurzer Trinkpause folgen wir von nun an dem (W)Ürziger Bergpfad, der sich nach links wendend, mit einem breiten Weg über die Anhöhe verläuft. Der Bergpfad taucht alsbald in den Wald ein und quert wenig später die K62. Linksschwenkend und parallel zur Asphaltpiste geht es mit der Streckenführung des Moselsteigs pfadig durch den lichten Forst.
Beim Abstieg nach Ürzig führt uns der Bergpfad durch einen Rosen- und Gewürzgarten
Über die Römerstraße betreten wir Ürzig, wandern ein kurzes Stück talwärts an der Bergstraße entlang und folgen dann rechts abzweigend der Beschilderung erneut in den Wald. Sanft bergab wird ein unbefestigter Hohlweg beschritten, den bereits die Römer benutzt haben sollen. Über steinerne Tritte geht es wieder steil bergan. Nachdem wir auch hier eine Metalltreppe hinter uns gelassen haben, tritt die Route aus dem Wald heraus Auf asphaltiertem Grund wandern wir fortan durch die aussichtsreichen Ürziger Weinberglagen. Der Bergpfad führt die Wanderer fast bis an die 150 Meter hohen Pfeiler der Hochmoselbrücke heran. Erst in unmittelbarer Nähe des gigantischen Bauwerks vollzieht die Route an der Ürziger Kapelle eine scharfe Linkkurve und läuft in halber Hanglage nach Ürzig zurück. Windungsreich geht es dabei durch einen gut gepflegten Rosen- und Gewürzgarten in den Weinort hinein.
Aus der Weinlage Ürziger Würzgarten genießen wir erneut traumhafte Ausblicke ins Moseltal
Vorbei an der St. Maternus Kirche und der beeindruckenden Fachwerkarchitektur von Ürzig steigt der Bergpfad mit einem geteerten Weinbergweg in die Weinlage Ürziger Würzgarten hinein. Zur rechten Seite hin eröffnen sich erregende Moseltalblicke, die uns auch in diesem Teilabschnitt nahezu ständig begleiten. So ist zurückblickend der Winzerort Ürzig zu sehen. Über die steil abbrechenden Rebenhänge hinweg zeigt sich im weiten Moselbogen auf dem gegenüberliegenden Flussufer der Weinort Erden. Beim weiteren Aufstieg sind im eifelseitig abstürzenden Moselhang die schroffen Felsformationen zu erkennen, die wir bereits mit dem Kletterweg Erdener Treppchen durchstiegen haben. Schließlich verjüngt sich der asphaltierte Weinbergweg zu einem schmalen Pfad, der in halber Hanglage durch die Wingerte läuft. Es geht an uralten Trockenmauern vorbei und Felsformationen aus Moselschiefer werden passiert. Darüber hinaus bleiben uns die grandiosen Moselblicke erhalten.
Der serpentinenartige, recht anstrengende Aufstieg zum Leizenberg wird zum zweiten Mal durchstiegen
In diesem anspruchsvollen Pfadabschnitt treffen die Wanderer wieder auf den Kletterweg Erdener Treppchen, der aus dem Moseltal aufsteigend von rechts in den (W)Ürziger Bergpfad einbiegt. Zum zweiten Mal steigen beide Routen überaus steil und in unzähligen Serpentinen, vorbei an rostbraunen Schieferfelsen zum Leizenberg hinauf. Dort treffen die Wanderer wieder auf die bereits bekannte überdachte Ruhebank, die wir erneut zu einer wohlverdienten Wanderrast nutzen und die ein herrliches Moselpanorama zu bieten hat. Diesmal nach rechts schwenkend steigen wir mit dem Kletterweg Erdener Treppchen pfadig in den bewaldeten Hang. Wer möchte, kann noch einen kurzen, links abzweigenden Abstecher zur aussichtsreichen Burgberghütte unternehmen. Dann geht es anfangs mit erdigen Waldpfaden und später auf breiten asphaltierten Weinbergwegen talwärts zurück in den Start- und Zielort Lösnich. Hier endet ein konditionell herausforderndes aber tolles Klettererlebnis im Tal der Mittelmosel.
Fazit und abschließende Bemerkungen:
Die Zusammenlegung der beiden traumhaften Routen im Tal der Mosel, bestehend aus Kletterweg Erdener Treppchen mit einer Distanz von fünf Kilometern und (W)Ürziger Bergpfad der eine Streckenlänge von sieben Kilometern aufweist, ist ohne Zweifel ein fast alpines Klettererlebnis der Superlative. Beide Routen werden von Profirouten im Premiumsegment eingeordnet und bieten dem Wanderer nunmehr in der Zusammenlegung ein unvergessliches Wandererlebnis. Auf der zwölf Kilometer langen Gesamtstrecke bieten sich nahezu ständig grandiose Moselpanoramen. Unschwer zu durchsteigende Leiterpassagen, fest installierte Drahtseilsicherungen und lotrecht abfallende Schieferbastionen sorgen darüber hinaus für ein wenig Nervenkitzel. Natürlich kann man die beiden Bergpfade auch getrennt begehen. Profirouten hat entsprechende, ausführliche Wanderberichte ins Netz gestellt. Die Wegezeichen des Kletterweges Erdener Treppchen sind spärlich angebracht. Ansonsten ist an der Beschilderung nichts auszusetzen. Rast- und Ruhemöglichkeiten sind in genügender Zahl vorhanden.



















