Wegezeichen:
GPX:

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Höhe (min): Meter
Höhe (max): Meter
Gesamtabstieg: Meter
Gesamtanstieg: Meter
Gesamtanstieg: 257 Höhenmeter
Gesamtabstieg: 303 Höhenmeter
Anfahrt planen:
Region: Saarland-Saargau
Art: Streckenwanderung
Kilometer: 12
Schwierigkeit:
Kondition:
Landschaft:
Erlebnis:
Beste Jahreszeit: März, April, Mai, Juni, Juli, Aug., Sept., Okt.

Von der Burg Kirkel über die Hollerkanzel zur Klosterruine Wörschweiler

Die zwölf Kilometer lange 5. Bliessteigetappe von Kirkel nach Schwarzenacker verfügt über einen ungemein hohen Pfadanteil. Die Streckenwanderung führt mit dem Burgpanoramaweg, der ehemaligen Kirkeler Tafeltour, ausgesprochen kurzweilig an unzähligen bizarren Buntsandsteinformationen vorbei, die umrundet oder gar überschritten werden. Dabei geht es in der Kernzone des Bioreservates Bliesgau auf erdigen Waldpfaden und holprigen Wurzelsteigen durch die lichten Laubmischwälder des Naturschutzgebietes Taubertal. Somit ist der 5. Teilabschnitt des Bliessteigs auch an heißen Sommertagen gut begehbar. Zum Schluss der Tour sorgen die ruinösen Reste des Klosters Wörschweiler für herausragende kulturhistorische Akzente. Vom Klosterberg kann man darüber hinaus noch einen herrlichen Blick auf den Zielort Schwarzenacker tief unten im Bliestal genießen.


Die ersten Buntsandsteinformationen ragen am Wegrand auf

Im Kirkeler Wald treffen die Wanderer auf die ersten bizarren Buntsandsteinformationen

Wir beginnen die Streckenwanderung über die fünfte Bliessteigetappe zu Füßen der Kirkeler Burg, die wir bereits zum Schluss des 4. Teilabschnittes angelaufen und bestiegen haben. Rechts abzweigend vom Limbacher Weg steigt ein schmaler Pfad in den bewaldeten Hang. Gleich zu Beginn wird das Eingangsportal des Burgpanoramaweges durchschritten. Bei diesem örtlichen Rundwanderweg handelt es sich um die Routenführung der ehemaligen Kirkeler Tafeltour, die man entsprechend umbenannt hat. In halber Hanglage tauchen alsbald die ersten Buntsandsteinformationen auf, die uns fortan nahezu ständig begleiten werden. Weiche Waldpfade und knorrige Wurzelsteige führen jetzt in ständigem Wechsel durch den Kirkeler Wald. Neben dem Bliessteig und dem Burgpanoramaweg durchstreift auch der Kirkeler Felsenpfad den lichten Forst, der zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten des Saarlandes zählt.


An der Felsformation Hollerkanzel

Die Buntsandsteinformation der Hollerkanzel ist ein Naturerlebnis der besonderen Art

Windungsreich und ausgesprochen kurzweilig führt uns der Bliessteig durch die Flanke des 381 Meter hohen Hirschberges zur Hollerburg hinauf. Es handelt sich dabei um die Burgstelle einer so genannten Holz-Erde-Anlage in der Waldgemarkung Hollerlöcher die als Fluchtburg der damaligen Bevölkerung diente. Die Hollerburg gilt als frühmittelalterliche Vorläuferbefestigung der im Jahre 1075 erstmals erwähnten Burg Kirkel. Vom Plateau der ehemaligen Burgstelle, das mit einer Sitzgruppe versehen ist, kann man bei guter Sicht den höchsten Berg des Saarlandes, den 568 Meter hohen Schaumberg bei Tholey erblicken. Gleich daneben treffen die Wanderer auf das absolute Highlight der Tour, die Felsformation Hollerkanzel. Die gewaltige Felsnase ragt über den Weg hinweg und der Bliessteig führt darunter hindurch. Deutlich ist zu sehen, dass der vordere Teil des Felsens abgebrochen ist und heute neben dem Pfad liegt.


Die imposanten Buntsandsteinformationen sind in den Erdzeitaltern von Perm und Trias entstanden

Bei weiterhin pfadigem Verlauf wandern wir an unzähligen bizarr anmutenden Felsformationen entlang, die im Volksmund sogar mit Namen versehen wurden. Ein besonderes, einzeln stehendes und lotrecht aufragendes Exemplar ist der Unglücksfelsen. Der Sage nach soll hier ein Reiter zu Tode gestürzt sein. All diese beeindruckenden Felsen aus Buntsandstein sind vor 250 Millionen Jahren in den Erdzeitaltern von Perm und Trias entstanden. Die natürliche Verwitterung, mehrere Eiszeiten und die unterschiedlichen Temperaturen der Erdzeitalter haben die originellen Formen und Farben entstehen lassen. Geologisch sind die Felsen den sogenannten Karlstalschichten der Nordvogesen und dem Pfälzerwald zuzuordnen. Die bisweilen sichtbaren rotbraunen und gelblichen Verfärbungen einzelner Felsabschnitte werden mit den Annweiler-Schichten in Verbindung gebracht. Hinter der Felsengruppe des Unglücksfelsens verlässt der Bliessteig die beiden Rundwanderwege Burgpanoramaweg und Kirkeler Felsenpfad.


Die ruinösen Reste des Klosters Wörschweiler

Zum Schluss der Streckenwanderung werden die ruinösen Reste des Klosters Wörschweiler angelaufen

Überaus kurzweilig geht es in der Folge weiterhin durch den lichten Laubmischwald und immer wieder an felsigen Abschnitten aus Buntsandstein vorbei. Eine ungewöhnliche Abgeschiedenheit umfängt dabei den Wanderer. Erdige Waldpfade und Wurzelsteige bestimmen das Streckenprofil. Die Natur rechts und links der Route zeigt sich ausgesprochen wild. Modrige Baumstämme sind mit Zunderpilzen versehen und mannshohe Farnstauden werden durchschritten. Im letzten Tourabschnitt wird der Klosterberg angelaufen. Hier treffen die Wanderer auf die ruinösen Reste der Klosters Wörschweiler. Die ehemalige Benediktiner-Abtei wurde 1131 von Friedrich I. von Saarwenden gegründet und im Jahre 1171 von Zisterziensern übernommen. Die klösterliche Anlage und die dreischiffige Pfeilerbasilika aus Sandstein wurden durch einen Brand im Jahre 1614 vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut. Vom Klosterberg fällt ein herrlicher Blick ins Bliestal und auf den Zielort Schwarzenacker, zu dem ein windungsreicher steil talwärts führender Waldpfad hinab führt. Hier endet eine herrliche Streckenwanderung über die 5. Etappe des Bliessteigs.

Fazit und abschließende Bemerkungen:

Die 5. Etappe des Bliessteigs von Kirkel nach Schwarzenacker ist ohne Zweifel ein Wandererlebnis der Superlative. Dafür verantwortlich zeichnen die überwiegend pfadige Routenführung und der ständige Vorbeimarsch an unzähligen, ungewöhnlich geformten Buntsandsteinfelsen, die rechts und links des Weitwanderweges im Kirkeler Wald anzutreffen sind. Hinzu gesellen sich die wilde, scheinbar unberührte Natur des Schutzgebietes Taubertal, eine beeindruckende Abgeschiedenheit und zum Schluss des fünften Teilabschnittes die ruinösen Reste des Klosters Wörschweiler. Bei all den positiven Eindrücken ist die Einordnung im 5-Sterne-Premiumsegment von Profirouten in den Kategorien Landschaft und Erlebnis vollumfänglich zu rechtfertigen. Die Beschilderung ist gut sichtbar und nahezu unverlaufbar angebracht. Rast- und Ruheplätze entlang des Weges sind in ausreichender Zahl vorhanden.

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